- Gebäudebrand mit Menschenrettung, drei leichtverletzte Feuerwehrangehörige
(tk) Braunschweig (Niedersachsen). Bei einem ausgedehnten Gebäudebrand im Braunschweiger Stadtteil Querum wurden im Verlauf eines lang andauernden Einsatzes drei Atemschutzgeräteträger verletzt beziehungsweise medizinisch behandelt.
Bereits beim Eintreffen, wenige Minuten nach dem ersten Notruf, stand das Einfamilienhaus in Vollbrand. Aufgrund der enormen thermischen Belastung war ein tiefes Vorgehen im Innenangriff zeitweise nicht möglich. Parallel wurde die Brandbekämpfung mit mehreren Rohren im Außenangriff durchgeführt. Im weiteren Einsatzverlauf waren zahlreiche Atemschutztrupps sowohl im Innen- als auch im Außenangriff eingesetzt.
Ein Bewohner konnte sich über ein Dachfenster ins Freie retten und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Seine zunächst vermisste Ehefrau konnte erst im weiteren Einsatzverlauf im Gebäude aufgefunden werden. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Auch eine Katze konnte nur noch tot geborgen werden.
Im Verlauf des Einsatzes wurden drei Atemschutzgeräteträger verletzt. Ein AGT erlitt beim Betreten des Dachgeschosses über eine Leiter einen Stromschlag und wurde ambulant im Krankenhaus behandelt. Ein weiterer zog sich während des ersten Innenangriffs Verbrühungen zu und musste ebenfalls ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Der dritte AGT knickte auf einem Schlauch um und wurde vor Ort medizinisch versorgt.
Trotz der hohen Brandintensität, der erheblichen thermischen Belastung und der langen Einsatzdauer kam es zu keinen weiteren Verletzungen. Die persönliche Schutzausrüstung wurde durchgehend und lückenlos getragen. Auch die Einsatzhygiene konnte trotz der Vielzahl eingesetzter Atemschutztrupps aus Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr umgesetzt werden.
Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich aufgrund der mit einer Photovoltaikanlage versehenen Dachfläche und der aufwendigen Dachkonstruktion besonders schwierig. Um einen besseren Zugang zum Dachbereich zu ermöglichen, wurde durch das THW eine rund acht Meter lange Mauer zurückgebaut.
Über die gesamte Einsatzdauer von mehreren Stunden waren rund 140 Einsatzkräfte an der Einsatzstelle eingesetzt. Insgesamt wurden dabei knapp 90 Atemschutzgeräte eingesetzt. Hinzu kam eine Vielzahl verwendeter Atemschutzfilter. Die hohe Zahl an Atemschutzgeräten und Filtern verdeutlicht den erheblichen Umfang und die lange Dauer der erforderlichen Brandbekämpfungs- und Nachlöscharbeiten.
Quelle: Feuerwehr Braunschweig