Köln 2026 - 30 Jahre nach dem Tod von Andreas Stampe

Köln (NRW). Drei Jahrzehnte nach dem Tod von Brandmeister Andreas Stampe erinnerte die Feuerwehr Köln mit mehreren Veranstaltungen an den Atemschutzunfall, der die Feuerwehrwelt nachhaltig geprägt hat. Das Team von Atemschutzunfaelle.eu wurde zu den Veranstaltungen eingeladen, nahm die Einladungen gerne an und bedankt sich ausdrücklich für den würdevollen und respektvollen Umgang mit diesem bedeutenden Kapitel der Feuerwehrgeschichte.

Veranstaltungen im Gedenkjahr 2026

9. Januar 2026: Filmpremiere auf dem Symposium der Feuerwehr Köln

Die Feuerwehr Köln richtet jährlich ein Symposium für ihre Angehörigen aus, um den fachlichen Austausch und die Weitergabe aktueller Informationen zu fördern. Die Veranstaltung 2026 fand im Rautenstrauch-Joest-Museum statt.

Im Mittelpunkt stand die Premiere des Dokumentarfilms „30 Jahre Unfalltod Andreas Stampe“. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden über die Entwicklung der Psychosozialen Unterstützung (PSU) sowie über Veränderungen im Bereich Arbeitssicherheit und Einsatznachsorge.

Stellvertretend für die damals beteiligten Einsatzkräfte nahm der damalige Truppführer Axel Strang an der Podiumsdiskussion teil. Er engagierte sich nach dem Unfall maßgeblich für den Aufbau der Psychosozialen Unterstützung in Köln und leistete darüber hinaus wichtige Beiträge für deren Etablierung in Nordrhein-Westfalen.


6. März 2026: Gedenkfeier für Andreas Stampe – 30 Jahre danach

Text der Feuerwehr Köln

Am 6. März 1996 kehrte Feuerwehrmann Andreas Stampe nicht aus dem Einsatz zurück. Feuerwehrmann, Kollege, Freund. Sein Tod hinterließ eine Lücke, die sich nicht schließen lässt – und zugleich etwas, das bleibt: Verantwortung, die seitdem Gestalt angenommen hat.

Am Freitag, den 6. März 2026, haben wir uns in der Alten Feuerwache 2 in Köln versammelt, um zu erinnern. Um gemeinsam innezuhalten an einem Ort, der Feuerwehrgeschichte trägt. Familie, Freund*innen, Kamerad*innen und Kolleg*innen, die Andreas persönlich kannten, kamen zusammen mit Menschen, für die sein Name zum Sinnbild einer Zäsur geworden ist. Einer Zäsur, die das deutsche Feuerwehrwesen grundlegend verändert hat.

Denn sein Tod blieb nicht ohne Antwort. Ausbildungen wurden überarbeitet, Einsatzabläufe neu gedacht, der Atemschutz – das Herzstück der Sicherheit im Innenangriff – weiterentwickelt. Keine dieser Veränderungen lässt sich ohne seinen Namen denken. Das ist kein Trost. Aber es ist Bedeutung. Und Bedeutung ist das, was bleibt, wenn die Trauer sich in Verantwortung wandelt.

Dass Innenminister Herbert Reul und Oberbürgermeister Torsten Burmester an der Gedenkfeier teilnahmen, war mehr als ein protokollarisches Zeichen. Es war ein klares Signal: Dieser Mann wird nicht vergessen. Und diese Lehren werden nicht ignoriert. Innenminister Reul: „Das wichtigste ist, dieses Datum ist das Gedenken an einen Menschen. Einen Menschen, der zu früh gestorben ist. Aber gleichzeitig auch der Blick nach vorn. Der Anfang der Weiterentwicklung von Feuerwehr. Von Technik, Ausbildung, Kommunikation.“

Zum Abschluss der Veranstaltung erlebten die Gäste die Premiere eines eigens produzierten Dokumentarfilms, der den Weg von jenem Märztag 1996 bis in die Gegenwart nachzeichnet. Sachlich, eindringlich, und mit dem Blick auf das, was aus diesem Verlust geworden ist.

Andreas Stampe ist dort reingegangen, wo alle anderen rausrennen. Er hat nicht gezögert.

Dreißig Jahre später stehen wir an diesem Ort und sagen: Wir vergessen dich nicht.


18./19. März 2026: Arbeitsschutz-Symposium der Berufsfeuerwehren in Köln

Diskussion und Vortrag: Arbeitsschutz-Symposium der Berufsfeuerwehren - Köln - 18./19. März 2026 Köln (NRW). Zum dritten Mal veranstaltete die Feuerwehr Köln ein Arbeitsschutz-Symposium für die Berufsfeuerwehren in Deutschland. Der tödliche Unfall von Brandmeister Andreas Stampe, der genau 30 Jahre zurücklag, stand während des Symposiums im Mittelpunkt. Nach der Vorstellung des Dokumentationsfilms folgte eine Podiumsdiskussion unter Einbeziehung von Axel Strang, dem damaligen Truppführer sowie Klaus Maurer, der die interkommunale Unfallkommission 1996 leitete. An der Diskussion beteiligt waren zudem Daniela Gantner (Stabsstelle Sicherheit, Feuerwehr Köln), Dennis Kuhn (Unfallkasse NRW) und Björn Lüssenheide (Atemschutzunfaelle.eu).

Diskussion und Vortrag: Arbeitsschutz-Symposium der Berufsfeuerwehren - Köln - 18./19. März 2026 Die Etablierung von Atemschutzunfaelle.eu liegt nicht zufällig ebenfalls 30 Jahre zurück. Auch wenn die ersten Unfalleinträge vor Andreas Stampe veröffentlicht wurden, so ist der Kölner Unfallbericht doch ein bedeutender Katalysator für das Projekt gewesen. Björn Lüssenheide, als Gründer der Datenbank, wählte für seinen Vortrag den Titel „Aus Fehlern lernen – Drei Jahrzehnte Unfalldatenbank: Erkenntnisse, Irrtümer und die unterschätzte Dunkelziffer“. Er präsentierte einen beeindruckenden Rückblick und stellte einige Lehren aus Unfällen vor. Neben diesem Beitrag standen weitere spannende Themen auf dem Programm – unter anderem die Besonderheiten des Arbeitsschutzes in öffentlichen Feuerwehren, Lokalisierung von Unfallschwerpunkten in Einsatzphasen des Feuerwehreinsatzes, Gefährdungsbeurteilung Psyche der Feuerwehr Köln sowie neue technische Ansätze zur Lokalisierung von Atemschutzgeräteträgern im Innenangriff.

Zwischen den Vorträgen wurden Marktplatzgespräche zu verschiedenen Themen und eine Fachausstellung angeboten, an der auch Atemschutzunfaelle.eu teilnahm. Aus dem Team Atemschutzunfaelle.eu waren Björn Lüssenheide, René Königstein, Guido Volkmar und Dr. Adrian Ridder vertreten.

Vielen Dank an die Feuerwehr Köln und alle Beteiligten für die gelungene Veranstaltung sowie den offenen und fachlich wertvollen Austausch.

Fotos: Feuerwehr Köln/Atemschutzunfaelle.eu


Dank

Atemschutzunfaelle.eu bedankt sich herzlich bei der Feuerwehr Köln und allen Beteiligten für die Einladungen, die gelungene Durchführung der Veranstaltungen sowie den offenen und fachlich wertvollen Austausch.

Die Erinnerung an Andreas Stampe ist wichtig. Deshalb wurde die Produktion der Dokumentation zusätzlich mit einer Spende in Höhe von 500 Euro unterstützt.

Es ist ein starkes Zeichen, dass sich Feuerwehrangehörige auch drei Jahrzehnte nach dem Unfall mit den Ereignissen und den daraus gezogenen Lehren auseinandersetzen. Erinnerung schafft Verantwortung und Verantwortung trägt dazu bei, die Sicherheit zukünftiger Einsatzkräfte weiter zu verbessern.

Danke für den respektvollen Umgang und das würdige Gedenken.