Unfälle in Deutschland im Jahr 2011

(122 verletzte FA)

Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.


- Verpuffung - Absturz - ein verletzter Feuerwehrmann

(bl) Ansbach (Bayern). In einem Holz verarbeitenden Betrieb in Leutershausen (Lkr. Ansbach) kam es zu einem Schwelbrand. Gegen 7.45 Uhr bemerkten Mitarbeiter den Brand in einer Absauganlage. Der Schwelbrand griff bereits auf den turmartig gebauten Sägespänenbunker über. Aus diesem Grund stieg ein Feuerwehrmann über eine dort angebrachte Metallleiter auf den ca. 15 m hohen Turm. Um in das Innere des Gebäudes zu gelangen, öffnete er, oben angelangt, eine Tür. Hierauf kam es zu einer schlagartigen Verpuffung. Durch die hierdurch entstandene Druckwelle wurde der freiwillige Helfer von der Leiter geschleudert und stürzte in die Tiefe. Nach wenigen Metern jedoch verhakten sich seine Atemluftflaschen in dem um die Metallleiter angebrachten Schutzkäfig. Neben diversen Prellungen erlitt der Feuerwehrmann hierdurch eine Handverletzung. Er wurde in ein nahe gelegenes Klinikum gebracht.

Quelle: Polizeipräsidium Mittelfranken

- Gefahrgutunfall - fünf verletzte Feuerwehrmänner

(bl) Lörrach (Baden-Württemberg). Kurz vor 16.30 Uhr trat in in einer Firma Salpetersäure aus. Beim Umpumpen von Salpetersäure aus einem Tank in einen Tanklaster kam es aus noch nicht bekannten Gründen zum Austritt der Salpetersäure und führte zu einer deutlich sichtbaren Wolke über der Stadt Lörrach. Daraufhin wurde sofort der Gefahrenbereich geräumt und Alarmierungsmaßnahmen eingeleitet. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an und versuchte, ein weiteres Austreten des Gefahrstoffs zu verhindern. Gleichzeitig wurden an verschiedenen Punkten permanent Messungen durchgeführt. Die Ergebnisse lagen unter den Grenzwerten. Währenddessen sperrte die Polizei den Unglücksort weiträumig ab. Bei dem Unglück wurden nach bisherigen Erkenntnisstand neun Personen verletzt, darunter fünf Feuerwehrleute, ein Firmenmitarbeiter und ein Passant. Zwei Polizeibeamte klagten über Atembeschwerden und begaben sich ins Krankenhaus, wohin auch die übrigen Verletzten gebracht wurden.

Quelle: Polizeidirektion Lörrach

- Großbrand - Hitzestrahlung - zwei Atemschutzgeräteträger mit Verbrennungen

Einsatz von Hitzeschutzkleidung beschädigte PSA Hitzestrahlung (bl) Bleckede (Niedersachsen). Brand in einem Aufbereitungsbetrieb für Paletten. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte standen mehrere Palettenstapel bereits im Vollbrand. Ein massiver Löschangriff wurde mit Wasserwerfer und diversen Strahlrohren eingeleitet. Zwei Feuerwehrmänner eines Atemschutztrupps erlitten Verbrennungen. Die Schutzkleidung war der enormen Hitzestrahlung nicht gewachsen. Eine weitere Einsatzkraft verletzte sich bei Löscharbeiten auf den umgekippten Palettenstapeln. Alle drei Verletzten wurden ambulant im Krankenhaus behandelt.

Details und Bilder von den Verletzungen finden Sie im Unfallbericht.

Weitere Informationen, Bilder und Videos finden Sie unter FF Bleckede

Quelle: Homepage der Feuerwehren in der Stadt Bleckede

- Wohnungsbrand - herabfallende Glut - ein verletzter Kollege

(bl) Düsseldorf (NRW). Gegen 13.10 Uhr brannte eine 60 m² große Souterrainwohnung. Eine schwarze Rauchsäule stieg am rückwärtigen Teil des Gebäudes empor. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die Wohnung bereits in Vollbrand. Ein 38-jähriger Feuerwehrmann verletzte sich. Er kroch im Keller auf allen Vieren und wurde von herabfallender Glut getroffen. Der Trupp trat daraufhin den Rückzug an.

Der Verunfallte war im zweiten Trupp und musste sich an der Einsatzstelle unter hektischen Bedingungen ausrüsten. Die Flammschutzhaube und auch das Hollandtuch wurde korrekt angelegt und verschlossen. Vermutlich war jedoch der Jackenkrage nicht richtig aufgestellt, wodurch Glutstücke in den Nacken fallen konnten. Der verletzte Kollege wurde vom Rettungsdienst erstversorgt. Mit Verbrennungen 1. und 2. Grades (mit Blasenbildung) im Nackenbereich wurde er ambulant in einem Krankenhaus behandelt und war nach einer Woche wieder diensttauglich.

Ein 61-jähriger Mann wurde aus der Brandwohnung gerettet und kam mit einer schweren Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Eine 33-jährige Frau ging zufällig mit ihrem vier Monate alten Säugling an der Wohnung vorbei und atmeten Brandrauch ein. Ein 56-jähriger Hausbewohner lief durch das verqualmte Treppenhaus. Die von der Feuerwehr geretteten Bewohner wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser gebracht.

Quelle: Feuerwehr Düsseldorf

- Gebäudebrand - Kreislaufprobleme nach Innenangriff

Versorgung im LF (tw) Marienhafe (Niedersachsen). Am Donnerstag, 02. Juni 2011 (Christi Himmelfahrt), wurde gegen 22:55 Uhr in Marienhafe (Kreis Aurich) ein Gebäudebrand gemeldet. Bei dem Gebäude handelte es sich um ein älteres Landhaus im Ortsteil Tjüche. Bei Eintreffen der ersten Kräfte war das gesamte Gebäude in dichten Rauch gehüllt. Anfangs war nicht sicher, ob sich noch Personen im Gebäude befinden. Nach Angaben der Nachbarn konnte dies nicht ausgeschlossen werden. Durch die Eingangstür gingen mehrere Trupps unter Atemschutz in das Gebäude vor. Im Inneren herrschten sehr hohe Temperaturen. Im hinteren Gebäudebereich wurde offenes Feuer entdeckt und abgelöscht. Die Flammen hatten sich bereits durch das Dach gefressen. Von außen wurden die Dachziegel aufgenommen und ebenfalls eine Brandbekämpfung eingeleitet. Die Kräfte im Gebäude öffneten diverse Fenster um für Rauch- und Wärmeabzug zu sorgen. Die Suche nach Personen verlief erfolglos. Im Laufe des Einsatzes stellte sich heraus, dass die Bewohner nicht zu Hause waren. Die Suche konnte darauf eingestellt werden. Einer der ersten Trupps im Innenangriff beendete seinen Einsatz nachdem das Feuer unter Kontrolle war und ging ins Freie. Dort wurde einem der Truppmitglieder schwindelig. An einem Löschgruppenfahrzeug (LF) legte der Trupp seine Atemschutzausrüstung ab und zog seine Überjacken (Modell Niedersachsen) aus. Beide Atemschutzgeräteträger (AGT) trugen vollständig die vorgeschriebene Schutzkleidung (Überjacke, Überhose, Flammschutzhaube und entsprechende Handschuhe). Der AGT mit dem Schwindelgefühl war vollständig durchgeschwitzt. Er trug noch eine dicke Jacke (keine Feuerwehrjacke) unter der Überjacke. Dies hat im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen im Gebäude vermutlich zu einer starken thermischen Belastung des AGT (Jg. 1981) geführt. Hinzu kam, dass dies sein erster „heißer“ Einsatz als AGT war. Da sich sein Wohlbefinden nicht verbesserte, wurde über die Leitstelle der Rettungsdienst angefordert. Dieser war zuvor an der Einsatzstelle, rückte jedoch ab nachdem bekannt wurde, dass sich keine Personen mehr im Gebäude befinden. Der Erkrankte bekam Mineralwasser gereicht und legte sich auf eine Sitzbank in dem LF. Kameraden betreuten ihn bis zum Eintreffen des Notarztes. Sein Zustand hatte sich bis dahin wieder etwas verbessert. Der Arzt übernahm die medizinische Betreuung und entschied sich, den Patienten zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus einzuliefern. Dieses konnte er noch in der Nacht wieder verlassen.

Als Ursache für den Zwischenfall spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

Bericht mit Bildern von der Einsatzstelle (pdf)

Quelle: Thomas Weege - Team Atemschutzunfaelle.eu

- Großbrand in Sägewerk - vier verletzte Feuerwehrmänner

(bl) Wehrendorf (Niedersachsen). In einem Sägewerk brannte eine Trocknungskammer. In einer derartigen Kammer wird mit Wärme das Holz behandelt. Es entsteht Thermoholz, dass ähnliche Eigenschaften wie Tropenholz besitzt. Die Polizei konnte ermitteln, dass ein Mitarbeiter durch einen Bedienungsfehler das Tor der Kammer öffnete. Dadurch trat Sauerstoff hinzu. In der Folge begannen die Bretter zu brennen. Die heißen Brandgase entzündeten sich, so dass es zu einer schlagartigen Verbrennung kam. Zu Beginn des Einsatzes erlitt ein Feuerwehrmann leichte Verbrennungen im Gesicht und musste im Krankenhaus behandelt werden. Ein Kamerad verletzte sich am Ohr. Zwei weitere Feuerwehrmänner erlitten leichte Rauchvergiftungen, weil ein rauchfreier Bereich urplötzlich mit Rauch gefüllt war und die Fahrzeuge nicht schnell genug umgesetzt werden konnten.

Weitere Informationen finden Sie im Einsatzbericht

Quelle: Jürgen Wilms, stellv. Gemeindebrandmeister Bad Essen

- Gebäudebrand - Absturz - ein verletzter Feuerwehrmann

Dankesplakat am Fenster Brandobjekt in Laudau mit Leitern (bl) Landau (Rheinland-Pfalz). Am frühen Morgen um 3:45 Uhr wurde ein Wohnungsbrand gemeldet. Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand in dem Mehrfamilienhaus auf zwei Etagen der Eingangsbereich und der Treppenraum in Vollbrand. Mehrere Personen machten sich an Fenstern im 1. und 2. Obergeschoß bemerkbar. Die Einsatzkräfte konnten parallel eine Person im 1. OG über eine Leiter aus dem verrauchten Bereich befreien und ein Sprungpolster aufbauen. Über dieses Sprungpolster rettete die Feuerwehr vier Personen nahezu unbeschadet. Da der Zugang zu den oberen Etagen durch den fortgeschittenen Abbrand der Treppe unmöglich war, wurden umgehend mehrere Trupps über tragbare Leitern zur Personensuche eingesetzt. Im 1. OG konnte ein Trupp eine Person, in einem zurückliegenden Zimmer, nur noch leblos auffinden. Parallel wurden mehrere Löschangriffe eingeleitet. Durch die alte und verwinkelte Bausubstanz musste das Feuer in Zwischendecken und -wänden bekämpft werden. In manchen Bereichen mussten die Badfliesen und der Estrich aufgestemmt werden, um an die glimmenden Holzbalken zu gelangen. Bis zu den Nachlöscharbeiten waren insgesamt 50 Atemschutzgeräteträger im Einsatz.

Loch in der Zwischendecke Ein Feuerwehrmann fiel mit seinem Atemschutzgerät durch eine morsche Decke, in die darunterliegende Etage. Unmittelbar nach dem Maydayruf wurde der Sicherheitstrupp eingesetzt. Dieser musste zum Glück nicht mehr eingreifen, da der Verunfallte in einen rauchfreien Bereich stürzte. Er konnte von Feuerwehrmännern ohne Atemschutz aus dem Haus begleitet werden. Im Krankenhaus wurde ein verstauchtes Knie diagnostiziert.

Weitere Informationen finden Sie im Einsatzbericht der Feuerwehr Landau.

Quelle: Feuerwehr Landau

- Brandeinsatz - Verbrühung durch Wasserdampf

(bl) Rhede (Nordrhein-Westfalen) - Der Löschzug Rhede wurde um 10:20 Uhr zu einem Brandeinsatz in eine Textilfirma gerufen. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, war das Werksgelände mit dichten Rauch umgeben. Flammen schlugen neben dem Absaugrohr von einem Spannrahmen aus dem Dach. Nach ersten Erkundungen konzentrierte sich das Feuer im oberen Teil der Absauganlage. Das Innenrohr der Absaugung wurde durch eine Dampflöschanlage unter Kontrolle gebracht. Von außen wurde mit einem C-Rohr gelöscht. Durch den heißen Dampf der Löschanlage wurde ein Kamerad verletzt und zum Krankenhaus gebracht.

Quelle: Freiw. Feuerwehr Rhede

- Dachstuhlbrand - zwei verletzte Feuerwehrmänner

/unfaelle/de/2011/u20110618-marpingen.jpg (bl) Marpingen (Saarland). Im Dachgeschoss einer Marpinger Gaststätte brach ein Dachstuhlbrand aus. Im Innenangriff kollabierte ein 18-jähriger Atemschutzgeräteträger. Ein 22-jähriger Feuerwehrmann quetschte sich die Hand, als er einen Rauchabzug schaffen wollte. Er trug eine Schnittwunde davon. Beide Feuerwehrangehörige wurden vom Rettungsdienst versorgt.

Quelle: FF Marpingen (weitere Bilder)

- Dachstuhlbrand - Rückzug - ein verletzter FA

(bl) Osnabrück (Niedersachsen). Dachstuhlbrand mit Menschenleben in Gefahr. Ein Atemschutztrupp der Ortsfeuerwehr Voxtrup war über zwei parallel aufgestellte Steckleitern zum Öffnen der Giebelluke und zur Rauchgaskühlung im Außenangriff vorgegangen. Das Fenster auf der Giebelseite war der einzige Zugang für eine effektive Brandbekämpfung. Nachdem einer der beiden Atemschutzgeräteträger vor einem unmittelbar bevorstehenden Einsturz warnte, ordnete der Abschnittsleiter den Rückzug über Funk und das in Osnabrück einheitliche Rückzugssignal (Bullhorn und Martinshorn) an. Beim Rückzug tritt ein Atemschutzgeräteträger zwischen zwei der letzten Sprossen einer Steckleiter (A-Teil). Als Begründung wird die bekannte Verzerrung der verwendeten Atemschutzmaske (eine ältere Überdruckmaske, Typ Futura) genannt. Der Atemschutzgeräteträger erlitt eine Beinfraktur (Schien- und Wadenbein). Nachdem Sturz blieb der Verunfallte im Trümmerschatten liegen. Mehrere Kameraden und eine RTW-Besatzung fingen umgehend mit der Versorgung an. Da aus Sicht des Abschnittsleiters jedoch immer noch die Einsturzgefahr bestand, wurde über Funk der Mayday bekannt gegeben und eine Sofortrettung angeordnet. Daraufhin wurde der Verunfallte aus dem Gefahrenbereich gerettet. Nach einer notärztlichen Versorgung wurde der Feuerwehrmann stationär im Krankenhaus aufgenommen und noch am gleichen Tag operiert.

Quelle: Feuerwehr Osnabrück

- Wohnungsbrand - Durchzündung - zwei verletzte Feuerwehrmänner

(bl) Wilhelmshaven (Niedersachsen). Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus. Eine Durchzündung des Treppenraumes schnitt den Bewohnern und den eingesetzten Trupps den Rückzugsweg ab. Ein Trupp wurde von den Flammen getroffen und erlitt Verbrennungen 2. Grades. Die eingesetzten Trupps konnten alle Bewohner und sich selbst über Steck- und Drehleitern retten. Die verletzten Kollegen konnten die Klinik nach einer ambulanten Behandlung wieder verlassen.

Quelle: Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven

- Gefahrguteinsatz unter CSA - ein FA dehydrierte

(bl) Bad Harzburg (Niedersachsen). Im Rahmen eines Gefahrguteinsatzes wurden sechs Einsatzkräfte unter Chemikalienschutzanzügen eingesetzt. Einer der Feuerwehrmänner klagte plötzlich unter starken Kopfschmerzen und wurde dem Rettungsdienst vorgestellt. Mit dem Verdacht einer Dehydrierung beendete er seinen Einsatz.

Den vollständigen Einsatzbericht mit Bildern finden Sie unter www.feuerwehr-badharzburg.de

Quelle: Uwe Fricke, FF Bad Harzburg

- Großbrand - Absturz - ein verletzter Feuerwehrmann

(bl) Thumen (Bayern). Brand in einem Heulager. Aus bisher nicht geklärter Ursache wurde ein Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten schwer verletzt. Vermutlich aus mehreren Metern Höhe stürzte der Feuerwehrmann zu Boden und zog sich dabei die Verletzungen zu. Der mitalarmierte Rettungsdienst versorgte den Feuerwehrangehörigen direkt an der Einsatzstelle, bevor er mit dem angeforderten Rettungshubschrauber "Christoph 45" in eine Unfallklinik geflogen wurde. Das Kriseninterventionsteam (KIT) kümmerte sich um die psychische Betreuung von Angehörigen vor Ort.

Quelle: Integrierte Leitstelle Allgäu

- Großbrand - drei verletzte Feuerwehrmänner

(bl) Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Im Hafen kam es aus unklarer Ursache zu einem Brand in einer Lebensmittelproduktionsanlage eines Mühlenwerkes. Das Feuer brach in Höhe der fünften Etage der Anlage aus und breitete sich rasant auf den sechsten Stock aus. Drei Feuerwehrmänner wurden bei den Löscharbeiten im Gebäude leicht verletzt. Der Brand lief durch die Brandmeldeanlage des Mühlenwerks und auch telefonisch bei der Leitstelle auf. Sofort rückten drei Löschzüge und Sonderfahrzeuge zum Brandort im Hafen aus. Beim Eintreffen brannte eine Produktionsanlage für Maisflocken in Höhe des fünften Stocks der Anlage. Die Flammen hatten bereits die darüberliegende sechste Etage erreicht. Dort brannte ein Schaltschrank zur Steuerung der Anlage. Schwierig gestalteten sich die Löscharbeiten durch die Größe und Verzweigung der Produktionsanlage, die sich über zehn Obergeschosse und zwei Kellergeschosse erstreckt. Um an alle Glutnester zu gelangen, musste die Anlage geöffnet werden. Kurzzeitig bestand für die Einsatzkräfte akute Durchzündungsgefahr durch den massiven Brandrauch im Gebäude. Mit fünf Strahlrohren dämmten die Kollegen die Gefahr ein. Die Feuerwehrmänner am Brandherd mussten sukzessive ausgetauscht werden. Die enorme Hitze forderte den Männern einiges ab. Insgesamt wurden 130 Einsatzkräfte von Freiwilliger und Berufsfeuerwehr eingesetzt.

Einem Feuerwehrmann wurde durch den produzierten Wasserdampf zu heiß und erlitt Kreislaufprobleme (vermutlich Dehydrierung). Durch eine Glasscherbe verletzte sich ein anderer Kollege an der Hand. Ein Freiwilliger Feuerwehrmann rutsche aus und verschob sich beim Sturz seine Maske, er atmete Brandrauch ein. Alle Kollegen konnten das Krankenhaus am selben Tag wieder verlassen.

Das Umweltamt begleitete den Einsatz der Luftmessungen und den Löschschaumeinsatz. Mitarbeiter der Stadtwerke Düsseldorf trennten die komplette Energieversorgung für den Produktionsbereich ab. Der Geschäftsführer des Betriebes zog nach Bekanntwerden des Brandes den Notfallplan und sorgte umgehend für die Evakuierung der Anlage. Alle Mitarbeiter kamen unverletzt zum Sammelpunkt auf dem Betriebshof. Danach wies er die Feuerwehr in die Anlage kurz ein.

Quelle: Feuerwehr Düsseldorf, Pressedienst

- Wohnungsbrand - Maske verrutscht - ein verletzter Feuerwehrmann

(bl) Lohnde (Niedersachsen). Ausgedehnter Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus. Als die ersten Einsatz an dem Wohnblock eintrafen, schlugen bereits Flammen aus der Wohnung in der Hochparterre. Im Innenangriff wurde ein Atemschutzgeräteträger verletzt und wurde in eine Klinik transportiert. Dem Vernehmen nach soll seine Atemschutzmaske verrutscht sein, so dass Brandrauch einströmen konnte.

Quelle: nonstopnews