- Gro├čbrand - Einsturz - ein verletzter FA

Wuppertal (NRW). Bei dem Gebäude handelte es sich um ein Industriegebäude mit ca. 720 qm Geschossfläche in jedem der 4 Stockwerke inklusive ausgebautem Dachgeschoss. Teilweise war im Bereich des Dachgeschosses eine Zwischendecke eingezogen oder eine abgehängte Decke eingebracht. Die Dachkonstruktion stand im Vollbrand und stürzte im Laufe der Löscharbeiten ein. Die meisten Zwischendecken hielten der zusätzlichen Belastung nicht stand und stürzten mit ein. In drei kleinen Sanitärräumen hielt die Zwischendecke allerdings stand. Im Rahmen der späteren Nachlöscharbeiten wurden zwei Trupps des LZ Hahnerberg unter PA im Bereich des Dachgeschosses eingesetzt. Die Erkundung ergab dass es im Bereich der Zwischendecke über den drei Sanitärräumen noch brannte. Die Zwischendecke war von oben nicht zugänglich und erweckte einen stabilen, unbeschädigten Eindruck. Aufgrund dieser Lage entschied sich der später verletzte FM dazu, die Decke mittels Einreißhaken zu öffnen, um einen Löschangriff durchzuführen. Kurz vor dem Betreten des Raumes bückte sich der FM leicht nach vorne in den Raum um noch einmal die Decke zu kontrollieren. In diesem Moment versagte die Konstruktion der Zwischendecke ohne Vorwarnung. Die Decke stürzte im gesamten Raum zeitgleich zu Boden und traf den FM im Bereich von Rücken und Hinterkopf. Durch die plötzliche Sauerstoffzufuhr wurde der FM kurz von auflodernden Flammen im Bereich von Kopf und Brust eingeschlossen, dank eines sorgfältig geschlossenen "Holland-Tuches" kam es dabei jedoch zu keinerlei Verbrennungen. Der FM wurde von den einstürzenden Trümmern nicht zu Boden gerissen und konnte den Raum aus eigener Kraft verlassen. Der Einsatz wurde sofort abgebrochen und der FM mit dem RTW ins Krankenhaus gebracht. Wahrscheinlich nahmen das Atemschutzgerät und der Vollschalenhelm einen großen Teil der Energie auf, so dass lediglich eine Prellung von Hals- und Brustwirbelsäule sowie eine Steilstellung der Halswirbelsäule diagnostiziert werden konnten. Der FM konnte das Krankenhaus bereits am selben Tag wieder verlassen, war aber für zwei Wochen körperlich stark eingeschränkt.

Quelle: Martin Wilske (Unfallopfer)